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REVIVALKULT | TECHNO STORYS – WARUM TECHNO KEINE MODEERSCHEINUNG SONDERN EINE LEBENSEINSTELLUNG IST! (Von RK-MASTER)

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ilovetechno

Mit der ganz privaten „Techno-Story“ von RevivalKult machen wir den Anfang für das, was einmal UNSER gemeinsames HERZ darstellen soll…den TECHNO! Quasi die „Wall Of Fame“ UNSERER ganz persönlichen „Techno Storys“, die zusammen eine wohl einmalige Darstellung und Abbildung von gemeinsamen Gedanken, Leidenschaften und Lebenseinstellungen ergeben soll!

Das funktioniert natürlich nur, wenn IHR dazu beitragt und vor allem das Gefühl, bzw. die Lebenseinstellung mit uns teilt. Wir freuen uns über jede persönliche „Techno Story“ von Euch und veröffentlichen diese dann zeitnah hier. Das kann mit oder ohne Bild, mit – realem oder facebook – Namen, oder völlig anonym geschehen. Bitte sendet uns Eure „Techno-Storys“ ausschließlich als Worddokument, per E-Mail und verwendet NICHT das Kontaktformular.

Eure persönliche „Techno-Story“ sollte schon authentisch sein und von Herzen kommen, in jedem Fall aber diesen kleinen Leitfaden verfolgen:

• Warum ist Techno Deine Lebenseinstellung?
• Wie und wo hat alles begonnen?
• Welche Ereignisse, Erlebnisse und Freundschaften haben dazu geführt?
• Welche speziellen Songs verbindest Du immer noch mit besonderen Emotionen?
• Wie lebst Du den Techno heutzutage?
• Was fehlt Dir am meisten aus der damaligen Zeit?

Und, damit natürlich das „Motto“ beschreiben – Warum Techno keine Modeerscheinung sondern eine Lebenseinstellung ist –

Wie lang oder kurz (Wörter) Eurer Story ist spielt dabei keine Rolle!

Natürlich behalten wir uns eine entsprechende Kontrolle und Korrektur vor, insbesondere im Bezug auf die möglichen „anstößigen“ oder „nicht jugendfreien“ Inhalte!

Wir sind sehr gespannt, ob wir von Euch persönliche „Techno-Storys“ erhalten und beginnen jetzt mit unserer:

WARUM TECHNO KEINE MODEERSCHEINUNG SONDERN EINE LEBENSEINSTELLUNG IST! (Von RK-MASTER)
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Techno, was ist das eigentlich? Fangen wir damit doch erst mal an! Wikipedia beschreibt „Techno“ SO. Das ist natürlich eine akkurate und fachliche/sachliche Darstellung, was Techno im musikalischen, bzw. technischen Sinne ist und wie/wann/woraus es entstand. Aber, das sagt noch nichts über das Gefühl und die besagte Lebenseinstellung aus.

Bleiben wir erst mal bei der reinen Definition. Aber, bei „unserer“ musikalischen/technischen“ Definition von Techno. Wie Ihr alle wisst, sieht RevivalKult den Techno als globales Gesamtkunstwerk von elektronischer/technoider Tanzmusik. Das beinhaltet nach „unserer“ Definition jedes erdenkliche Genre – Eurodance, Techno, House, Trance, Progressive Trance, Hardtrance, Hardstyle, Hardcore, Break Beat, Goa- und alle weiteren Ableger, die seit Anfang der Neunziger, bzw. Anfang der Zweitausender Bestand haben. Dass „unsere“ Definition nicht der „offiziellen Definition“ von Wikipedia, bzw. von „Techno“ entspricht wissen wir Alle aus dem oberen Absatz, deshalb geht es genau um das Gefühl, bzw. die besagte Lebenseinstellung.

Begonnen hat alles 1991! Da war man(n) ein kleiner Butschi, 12 Jahre alt und ging in die 6. Klasse. Das was man(n) bis dahin musikalisch kannte waren die damaligen Hits (meist Pop und Rock) aus dem Radio, wie z.B: Roxette, REM, U2, Brian Adams, Nirvana oder Metallica. Natürlich nicht zu vergessen, die Hits der Eltern: Von Rock n Roll, über Neue Deutsche Welle, bis hin zu Schlager und anderer altbewährter Tanz- und Discomusik. Am interessantesten zu der Zeit: Modern Talking…die klangen irgendwie schon anders!

Doch dann, immer noch 1991, die „elektronische Musikinfizierung“ aus dem Fernseher! Ja, aus dem Fernseher, nicht aus dem Radio. Nein, nicht MTV sondern SAT1. Beverly Hills Cop 1 (bereits 1984 erschienen) flatterte über den Schirm und dann: Dieser Soundtrack…. Harold Faltermeyer – Axel F…damit war es geschehen, die Liebe zur elektronischen Musik war endgültig geboren!

Fortan ging es um nichts anderes als nach gleichartiger, zu der Zeit am liebsten im Axel F-Style, elektronischer Musik zu suchen und zu gieren. Am nächsten Tag sofort in den örtlichen Plattenladen (Taschengeld war natürlich nicht der Hit) und gucken was es da so gibt. Einen eigenen Plattenspieler hatte man(n) noch gar nicht, aber Vaddern. Was sich finden ließ, war unglaublich: Axel F, auf Kassette, in irgendeiner Kompi-lation, gleich der erste Track, HAMMER! Zusätzlich, die erste SCHALLPLATTE: Eskimos & Egypt – Welcome To The Future, der damalige Einspieler vom Hattrick-Fußballclub und mindestens genau so geil wie AXEL-F. Unbeschreiblich! Das Gefühl…diese Musik jetzt zu haben und immer und überall hören zu können, natürlich musste alles erst mal auf Kassette überspielt werden. Die Klassenkammeraden haben einen eher blöd angeguckt, als man(n) diese ebenfalls mit der neu gewonnen Mukke beschallen wollte. Egal, über das eigene Glück ging in diesem Moment gar nichts, auch wenn man(n) erst mal „noch“ alleine im neuen Techno-Zug saß. So weit, so gut. Man(n) hatte die überspielte Mukke jetzt gefühlte 100.000 Male gehört…vor, zurück, vor, zurück. Aber, man(n) wollte mehr! Wie das bei Euch allen wahrscheinlich so war, hatte man(n) damals (1992) auch schon ältere Freunde und Bekannte, oder große Brüder, die teilweise schon volljährig waren und in die Clubs gingen. Der damals wohl angesagteste Techno-Club in Hamburg war das U.N.I.T. Natürlich war man(n) selbst noch viel zu klein (13Jahre alt) um mit- zumischen. Aber…TAPES von den älteren Jungs, die sie von den DJ’s (z.B unserem DJ-Urvater: Gary D.) oder anderen Kollegen bekommen hatten, die durfte man kopieren. DOPPEL-TAPEDECK (DENON, vom Onkel geschenkt bekommen) hatte man(n) natürlich am Start, deshalb haben Sie einen beauftragt. In erster Linie erst mal schnell für die Großen machen, aber in zweiter Linie natürlich raffen und selbst hören.

Diese Art von elektronischer Musik (TAPES), damals hauptsächlich Techno und Acid, war jedoch noch mal was ganz anders als ein Soundtrack von Beverly Hills Cop oder der Einspieler von Hattrick 😉 Aber, noch nicht das Einzige was neu war und brennend interessierte. Vielmehr ging nun (1992/1993) auch im Radio einiges ab, was man(n) genauso und teilweise noch „geiler“ fand, der sogenannte Eurodance. Acts wie USURA, Snap, Mr. Vain, 2 Unlimited und Twenty 4 Seven, eroberten die Charts und ebenfalls den Fernseher. Dem Start von VIVA sei Dank. Damit war man(n) voll drin in der aufkommenden elektronischen Musikwelt. Die Mukke wurde jetzt nur noch und mit jedem zur Verfügung stehenden Gerät gehört: Plattenspieler, Radio, Tapedeck, Walkman…Hauptsache Beats, Vocals & Melody.

1994, nachdem die Eurodance-Mukke inhaliert und 1.000.000 Male gehört war, SCOOTER – Hyper Hyper! MEGA! Das geile Teil hatte man(n) auch schon mal auf den besagten CLUB-TAPES gehört und somit wurden die TAPES der großen Freunde und Brüder umso interes-santer. Die Jungs gingen mittlerweile in noch ganz andere Clubs als das U.N.I.T., z.B ins Voila (Devil Mania, EFX-Club). Die Mukke, die dort abging, war schon deutlich melodischer und schneller als besagter Techno und Acid aus 1992. Trance und Hardtrance kamen immer stärker an den Start und damit auch die neue Sound-Ära in den Hamburger- und Norddeutschen Clubs. Die schnelleren Melodien, Beats und Vocals kickten einen noch mehr als SCOOTER oder alles andere Elektronische was man(n) bisher gehört hatte. Und vor allem die DJ’s, (davon gab es einige im Freundeskreis) und Ihre Künste am Mischpult und den Turntables, ließen die Endorphine und die Liebe zur Techno-Musik noch höher steigen. Techno-Dj, das wollte man(n) jetzt sein.

Gesagt, getan! Im selben Jahr (1994), man(n) war mittlerweile 15 Jahre alt, war die heißersehnte Konfirmation angesagt. Wie wir alle wissen bringt das im Regelfall ein paar gute Taler ein. Ohne jegliche Verzögerungen wurden die Taler in Matetrial umgesetzt. Genauer, in 2 Turntables (Technics SL 1210 MK II), Nadeln (Ortofon Concorde Pro Nightclub E), einen Mixer (irgendein No-Namer von Conrad Electronics, Kohle wurde knapp) und Kopfhörer (Sennheiser HD 475), fertig war die Ausstattung. Nun hatte man(n) das absolute Top-DJ-Equipment im Sinne von Turntables (nichts ging/ geht über Technics MK 2), Nadeln (in jedem Club war damals ein Ortofon-System am Turntable, wusste man(n) vom Hörensagen) und Kopfhörern (Sennheiser HD 475, der damalige Non-Plus-Ultra- Kopfhörer, alleine schon weil Gary D. ihn hatte), aber keine Vinyl und kein Plan vom mixen!

Was macht man(n) in so einem Fall!? Ganz einfach, man(n) guckt sich was bei den DJ-Freunden ab, leiht sich deren Scheiben zum rumexperimentieren aus, übt jeden Tag und macht das erste Mal den DJ auf der Schulparty….peinlich. So wurde 1995 also fleißig geübt und es hat gefühlt das ganze Jahr gedauert, bevor ein annehmbares Beatmatching, bzw. ein akzeptabler Übergang entstand: Trotz dass jede, aber auch wirklich jede freie Minute gemixt wurde, inkl. täglicher Thermik mit den Nachbarn und Mekker von Muddern. Natürlich haben die DJ-Freunde einem fleißig weiter geholfen und Tricks gezeigt. Und…vor allem der steigende Zufluss von TAPES (mittlerweile ging die Technoszene in Hamburg richtig los und Läden wie z.b der Tunnel Club oder das Palladium waren schwer angesagt) ermöglichte einem auch „abzuhören“. Natürlich am liebsten von unserem großen Meister, dem Godfather Of Hardtrance, von Gary D, unserem IDOL ohne das der Wunsch zum Deejay gar nicht so euphorisierend, ekstatisch und erstrebenswert gewesen wäre. Genauso wie er, so wollte man(n) das drauf haben!

1996 (mittlerweile war man(n) 17 Jahre alt) gab es dann kein Halten mehr, der absolute pubertäre Höhepunkt gepaart mit völliger Testosteron-Überdosis und 100% Techno infiziert. Alles und jeder wurde über die geile Mukke in Kenntnis gesetzt und beschallt, ob er wollte oder nicht. TAPES aus den Clubs liefen wie am Fließband und wurden für die ganze Clique bereitgestellt. Alles was an Geld zur Verfügung stand wurde ab jetzt in Vinyl investiert. Bei Plattenläden wie Container-Records, Vinyl-World oder Starpoint-Records war man(n) Stammgast, bzw. hatte dort ein zweites Zuhause. Damit gab es jetzt nicht nur regelmäßig TAPES aus den Clubs, sondern auch gemixte Sets (TAPES) von uns selbst, natürlich vorzugsweise im „Gary D Style“. Was von jetzt an nur noch gemixt und gehört wurde, war Hardtrance, genauer gesagt „ TheSound Of Hamburg“. Die Partys und die Clubs schossen wie Pilze aus dem Boden und Dj‘s wie Gary D., DJ Yanny, DJ Mellow-D, DJ Dean und DJ Shoko machten JEDES Wochenende (und unter der Woche) die Tanzflächen voll. The Sound Of Hamburg (Hardtrance) war jetzt überall und fortan DIE Mukke, die den Lifestyle beschrieb den man(n) auch leben wollte. Geil, what a feeling! Songs wie: Flying Saucer (Cocooma), Rhythm & Drums (General Base), Close Your Eyes (Mega Lo Mania), Raindrops (DJ Hitch-Hiker & Jacques Dumont), XTC-Love (Bertocucci Feranzano), oder Progressive Attacke (Gary D.) wurden zu ständigen und heißgeliebten Ohrwürmern. Das Feeling und der Spirit dieser neuen, anziehenden und interessanten Technowelt kam spürbar näher und weckte bisher noch unbekannte Gefühle und Emotionen in einem. Man(n) war heiß, man(n) wollte raus! In die Clubs, auf die Partys, den DJs zuschauen, Dabeisein und miterleben. Clubkarten von älteren Freunden wurden besorgt, Ausweise mit Zigarettenbanderolen gefälscht und zack war man(n) mit 17 Jahren das erste Mal im Voila (Devil Mania) und nächsten Tag 3 Meter größer! Im Sommer dann das erste Mal auf der Loveparade und damit endgültig verbunden mit der Mukke, den Leuten, den Emotionen, der Einheit, dem Spirit. Das Wichtigste was jetzt geschehen musste war: Endlich 18 werden und eine Karre an den Start bekommen!

1997, endlich 18 und endlich eine Karre am Start! Jetzt ging’s richtig zur Sache! Man(n) durfte Alles „zumindest offiziell“, war vogelfrei und konnte überall hin. DIE KARRE war dabei das wichtigste Element. Tiefer, breiter, schneller, härter, lauter! Golf 2/Golf 3 (GTI, VR6, G60), Polo (G40), BMW (325i), Ford Fiesta (XR2I), Opel (Calibra) und, und, und. Natürlich mit getönten Scheiben, gelben Scheinwerfern, Heckscheiben-aufkleber und einer Anlage auf Disconiveau an Board. Endstufen, mit denen kaum eine Batterie eine Zwei-Stunden-Auto-Party schaffte (sofern der Motor nicht lief), Bassboxen die in keinen Kofferraum passten (Stauraum war zu der Zeit völlig überbewertet) und Lausprechern, die kaum ins Türgehäuse zu bekommen waren. Hersteller wir Rockford Fosgate, Magnat, Pioneer oder Alpine bekamen jetzt die Kohle, die nicht für Vinyl und Party draufging. Das Wichtigste war das Resultat des Soundsystems: Alles in allem auf jeden Fall die Garantie, bei Beschallung unter Herz- rhythmusstörungen zu leiden und für äußerliches „Blechscheppern“ im 5Km-Radius zu sorgen. Alleine dieses Gefühl, auf Manni-Manta-Style, mit Arm aus dem Fenster und Sonnenbrille auf durch die Straßen cruisen, bei jeder Gelegenheit aus dem Fenster schreien oder einen Burn-Out ziehen und an jeder Ampel ne Party mit der geilsten Mukke der Welt „Techno“ abfeiern. Wunderbaum am Rückspiegel natürlich nicht vergessen, min. 10 Stück! Techno-Party war jetzt immer und überall und neben der leidigen Schule der so ziemlich wichtigste Lebensinhalt. Im Wald, am See, an der Kiesgrube, am Bundeswehrübungsgelände, auf dem Schulparkplatz, auf der Tanke, in der Werkstatt, im Keller, egal wo, ständig!

Die große und langersehnte Technowelt stand nun frei zur Erkundung und die Dinge nahmen ihren Lauf. Keine Party wurde ausgelassen, egal ob Home, Club, Disco, Open-Air, Festival, was auch immer. Die Feste wurden so gefeiert wie sie fielen. In der Woche, am Wochenende, gleich welche Verpflichtungen noch anstanden. Alles wurde angefahren: Loveparade, G-Move, Streetparade, Reincarnation, Nature One, Mayday, Time Warp, Area 51, Goliath, VuuV, Shiva Moon und, und, und. Die Cliquen und der Freundeskreis wurden immer größer und man(n) kannte Gleichgesinnte im ganzen Land. Ohne Smartphones, ohne Facebook, unvorstellbar….Mit SMS, Airbrush-Hülle und blauen Display (z.b Nokia 6210 oder 8110, die Banane) war man(n) schon der King!

Die Club-TAPES und eigenen Mixe (mittlerweile hatten einige aus dem Freundeskreis DJ-Equipment und reichlich Vinyl am Start) zogen riesige Kreise und erweiterten unser eigenes, kleines Techno-Netzwerk ständig. Die ersten Bookings im Club (Cave, Logic, Bambu, etc) waren im Sack und die Abfahrt konnte beginnen. Man(n) traf sich jetzt auf einem Freitag- oder Samstagabend, standesgemäß, mit 30-50 Leuten, um als erstes die Tankstelle (mit Beschallung ala Open-Air), dann die Straße (mit ner 10er Tuning-Karren-Kolonne) und anschließend die Disco (mit nem Haufen Technoverrückter) unsicher zu machen. Neben dem Voila (Devil Mania & EFX-Club) und dem Tunnel in Hamburg, dem Roadhouse in Heide, dem Bambu in Neustadt, dem Atrium in Kiel, dem Heizhouse in Parchim, dem Logic in Mölln und dem Gummibärchen in Schwerin, wurde vor allem die Ziegelei in Groß Weeden zu unserem ganz persönlichen Wohnzimmer.

Von 1998 bis 2001 verging nicht ein Samstag, an dem wir nicht anwesend waren. Legendär, zum Beispiel die „Alarm Stufe Rot- und Alpha Partys“. Hier rückte man(n) nicht nur mit den besagten 30-50 Männlein und Weiblein ein, sondern traf weitere 100-150 Bekannte aus ganz Norddeutschland. Von der Tür bis zum eigentlichen Standpunkt (hintere Bar, Durchgang zum kleinen Floor) brauchte es gut und gerne 1 bis 2 Stunden, weil jede Minute ein bekanntes Gesicht vorbei kam und man(n) natürlich anstoßen musste. Gefeiert wurde selbstverständlich bis das Licht anging und dann, dann ab ins Logic, nach Mölln. Wahnsinns Gefühl, Wahnsinns Miteinander, Wahnsinns Füreinander, Wahnsinns Einheit…wie eine große Familie 😉

Die MUKKE war mittlerweile nicht nur noch verantwortlich für die Endorphine und positiven Emotionen in diesem süßen Leben, sondern auch Stütze und Pusher in schweren Zeiten. Sie war in Fleisch und Blut übergegangen, ein fester Teil von uns geworden und half über Trauer, Schmerz, Verlust und Liebeskummer hinwegzukommen. Die Werte, Normen und Kodexe, die damals für uns gezählt haben, sucht man heute meist vergeblich! Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Hilfsbereitschaft! Wir sind in allen Lebenslagen (nicht nur im Rahmen von Partys) durch dick und dünn gegangen, haben in WG’s gewohnt, von denselben Tellern gegessen und in denselben Betten geschlafen, haben füreinander eingestanden uns gegenseitig unterstützt und aufeinander aufgepasst. Alles Weitere würde jetzt den berühmten „PIEP“ bekommen! Das mag alles nach alten Tugenden und ein bisschen konservativ (wobei dazu passen die gemeinsamen Teller und Betten nicht, eher Hippie-Style!) und gesellschaftlich vorgeprägt klingen. Aber, so war es und es gab nichts Schöneres! Heute ist es genau DAS, was fehlt! Die Technoleidenschaft hatte uns zu einer unschlagbaren Einheit gemacht und Freundschaften für die Ewigkeit entstehen lassen.

Der Techno-Lifestyle war einfach überall angesagt: Zuhause, in der Schule, bei der Arbeit, beim Sport, bei jedem Sit-In, überall. Man(n) konnte es kaum erwarten „jeden Abend“ seine Einheit zu treffen, um die Vorfreude aufs Wochenende gemeinsam zu verstärken. Die Stunden bis zum Freitagnachmittag wurden sekündlich überprüft, um endlich wieder den Rest der Familie zu treffen und gemeinsam abzufeiern. Vorfreuden, Glücksgefühle, Einheitsgefühle, die man in dieser Form nur selten nochmal findet. Natürlich hat sich unsere Einheit, abgesehen von den Autos, auch in einer einheitlichen Bekleidung und Frisur erkennbar gemacht. Haare kurz (Seite 0-3mm, oben 6-12mm oder Irokese), Bodyshirt (Joop, Diesel, Aemkei, Freeman T Porter), Bomberjacke/Fliegerjacke (Alpha Industries oder Chevignon), Jeans (Levis, G-Star oder Diesel), Boots (Magnum High Tech oder Buffalos) oder Turnschuhe (Reebok oder Nike Air Max). Sonnenbank, Fitnessstudio und Ohrringe (min 2/1, Ring) nicht vergessen ;-). Das ganze völlig ohne politische Orientierung, bzw. hieß diese bei Uns „Techno“. Was war man(n) jetzt doch für’n geiler Hecht, absolut vogelfrei, jeden Tag mit den besten Freunden zusammen und keine Party die ohne uns stattfindet…auch „keine einzige“ Haus-/Homeparty, die zu der Zeit schwer angesagt waren. Egal ob man(n) den Gastgeber kannte oder nicht, man hat sich dann eben kenngelernt…THE REAL LIFE, gemeinsam erobern wir die Welt, so vergingen die Jahre 1997-2002.

2002, mittlerweile war man(n) 23 Jahre alt und hatte Dinge wie Schule, Abi, Ausbildung, Studium, Bundeswehr natürlich trotzdem erfolgreich absolviert und war in Jobs, Weiterbildungen oder Projekten eingebunden. Die Partys wurden weniger, die Verpflichtungen mehr und die Bindungen mit den Frauen enger. Die Leidenschaft zur Techno-Musik jedoch blieb unverändert. Aber…ließ sich eben nicht mehr in der gewohnten Art und Weise, bzw. Umfang ausleben, dafür aber in anderer Form.

2003/2004 ging es in die Selbstständigkeit, damals mit einem Teilprojekt für Newcomer DJ’s. Genauer…eine LIVE-Radiosendung auf dem Hamburger Sender „Tide“, in der wir jede Woche zwei neue Newcomer DJ’s in Form von LIVE-Interview und LIVE-Mix vorgestellt haben. Zu dieser Zeit liefen die eigenen Homemixe- und Sets auf Hochtouren. Wir haben immer noch Unmengen an Kohle für Vinyl ausgegeben, mittlerweile am liebsten bei Baseline-Records wo unsere Fächer wöchentlich voll waren. Mixe aus unserer DJ-Homeschmiede, Vorzugsweise für die Freunde, erschienen jetzt nahezu täglich. Die Mukke, die jetzt abging, war nicht mehr der altbewährte Hardtrance (der fand Ende der 90er sein Ende), sondern Vocaltrance, Hands-Up oder Hardstyle. Zusätzlich zu den Eigenkäufen gab es regelmäßige Bemusterung von DJ-Pools, wie z.B Plattenmann und Labels, wie z.B Mental Madness- oder Andorfine Records. Der besondere Dank für diese Zeit geht an den lieben Dennis Bohn und die liebe Claudi von Mental Madness Records, die uns gefühlt „täglich“ mit dem neusten Stuff versorgt haben. Die Partys, die man(n) in dieser Zeit besucht hat, waren dann schon eher ausgewählte Club-Partys, die ersten Revival-Partys oder Mega-Events (Nature One, Airbeat One, Alpha).

2004 kam das Business dann richtig in Fahrt und für die heiß geliebte Techno-Mukke war jetzt, bis auf natürlich immer und überall hören und monatlich einen Mix bereitstellen, nicht mehr viel Zeit.

Ab 2006 beschränkte sich das Ganze dann tatsächlich nur noch auf’s hören, gefühlt einmal im Jahr mit einem Kumpel ne Runde mixen und eher selten noch ne Party zu Gesicht bekommen. Das Leben änderte sich, die Prioritäten verschoben sich, die Verpflichtungen nahmen zu. Aber, die Leidenschaft und Lebenseinstellung blieb natürlich.

Bis 2012 war die Techno-Musik nun also mehr oder weniger reines hören, man(n) hatte offensichtlich Besseres zu tun…

Aber dann, Sommer 2012, mittlerweile ist man(n) 30+ Jahre alt, sitzen wir zusammen und schwelgen über die guten alten Techno-90er! Zack…die Idee: Wir starten ne ganz persönliche Revival-Party, mit der alten Crowd. Mieten uns nen Laden, holen entsprechende DJ’s ran, schmeißen alle ein paar Taler auf den Markt und beamen uns zurück! Wir erstellen einfach eine Facebook-Veranstaltung (über unsere Privatprofile, eine Fanpage war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht existent), laden unsere gesamte (alte) Einheit ein und nehmen die Bude auseinander. Gesagt, getan! Die Veranstaltung hatte in 14 Tagen mehr als 1.000 Zusagen. Natürlich nicht alles unsere eingeladenen „realen“ Freunde sondern hunderte Gleichgesinnte, die mit uns feiern wollten. Die Veranstaltung wuchs täglich, es wurde im Minutentakt gepostet und wir hatten nach 4 Wochen fast 2.000 Zusagen am Start! BÄM, WTF haben wir uns gedacht, was nun? Da geht doch mehr als nur eine Party! In erster Linie ging bei Facebook erst mal die Revival-Welle los. Auf einmal waren überall Revival-Partys (z.B Ziegelei) am Start. Somit musste tatsächlich mehr gehen, als nur eine Party! Peng…der Geistesblitz, aus dem alten DJ-Herz: Da sind doch noch mehr als 200 TAPES, ein Haufen CD’s und über 5.000 Vinyl, aus der guten alten Zeit im Keller und genügend aktive DJ-HOMIES sind auch noch am Werk! Warum bringen wir nicht einen Radiosender an den Start, der die geliebte alte Mukke spielt und die Leute bis zur Party erfreut!? Ja, warum nicht, machen wir! TAPES digitalisiert, Webseite mit Ticketshop für die Party und Radio online gestellt, Facebookseite aufgemacht und fertig war das Baby…..REVIVALKULT. Die Party im Dezember mussten wir dann leider absagen. Aber das Baby, das ist heute noch da und mittlerweile ein frecher Bengel geworden.

Heute! Heute ist die geliebte Techno-Musik „zum Glück“ nicht mehr nur noch reines hören, sondern wieder aktiver Bestandteil unseres Alltags. Das Baby, bzw. unser frecher Bengel –REVIVALKULT- ist der nächste Meilenstein in unsere Techno-Lebenseinstellung und eine absolute Herzensangelegenheit. Eine Techno-Zeitmaschine, die nichts andres tut als Uns 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in die geilste und verrückteste Zeit unseres Lebens zurück zu beamen, die Erinnerungen wach werden lässt, die geliebten Techno-Hymnen der damaligen Zeit spielt und uns ALLE wieder zusammenbringt! Dass das bestens geklappt hat und nicht nur uns gefällt, zeigt Euer unglaublicher Zuspruch. Tausenden von Euch, in Form von Hörern, Webseitenbesuchern, Facebook-Fans und Youtube-Abonnenten, scheint das Ganze offensichtlich genauso gut zu gefallen. Und damit nicht genug: 20 der besten Home-DJ’s aus Norddeutschland und einige unserer großen Jungs von damals (z.B Gary D, Mellow-D, Yanny, Dean, BrooklynBounce, Cocooma) wirken an RevivalKult mit. Die alten Werte, die Gemeinsam- keiten, die Einheiten, die Emotionen, sie noch/wieder da und wollen erhalten werden! Das zeigt uns ganz klar, wir haben alles richtig und Uns offensichtlich ALLE ein bisschen glücklicher gemacht…Ihr könnt Euch sicher sein, dass wir genau das auch weiterhin tun werden!

Techno ist eben keine Modeerscheinung sondern eine Lebenseinstellung 😉

Beats & Greetz

Die Gründer von RevivalKult

An Alle Hater, Nerds, Schubladendenker, Skeptiker und Profilneurotiker: Alles könnte anders gewesen sein, alles geht besser, jede Story ist individuell, der Blickwinkel entscheidet, Schreibfehler dürft ihr behalten, vermeintliche Fakten sind teilweise unsere persönlichen Meinungen, Glatzen oder Kurzhaarträger sind überall (soll heute sogar ganz modern sein), Freaks gibt‘s in jeder Szene, Drogen gab/gibt es in jedem Jahrzehnt, der Staat stellt sie sogar ins Ladenregal. PROST!
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Wie gesagt freuen wir uns sehr über jede persönliche Techno-Story von Euch, die bei uns eingeht. Bitte denkt daran ausschließlich Worddokumente per E-Mail zu schicken und NICHT das Kontakt-Formular zu verwenden!

Keep on ravin 😉

Revival-Kult,100 % #TechnoClassics, sonst nichts!
http://www.revivalkult.de/live-radio


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